Eine philosophische Einleitung

„... Wir schließen schnell und einfach: da alle unter gleichen Verhältnissen geschaffen werden, so sind alle gleich, die Unterschiede abgerechnet, welche die Natur selbst gemacht hat. Es darf daher jeder Vorzüge und darf daher keiner Vorrechte haben, weder ein einzelner noch eine geringere oder größere Klasse von Individuen“

St. Juist in „Dantons Tod“, Georg Büchner

 

 

Seit Menschengedenken leben die meisten Gesellschaften auf den Knochen von Tieren. Doch noch nie war die Verwertung der anderen Arten durch den Menschen systematischer und umfassender als heute. Wir haben diese Welt zu einem deprimierenden Ort des Schreckens für die anderen Tiere verwandelt. Weltweit werden pro Jahr 65,5 Milliarden Tiere geschlachtet und geschätzte 2.700 Milliarden Fische gefangen. Wir bringen damit in 14 Tagen weltweit mehr Tiere ums Leben, als jemals Menschen auf der Erde gelebt haben.

 

Es ist der Fluch der bösen Tat, dass dieser Lebensstil auch unser eigenes Leben auf dieser Erde vielleicht mehr gezeichnet hat als alle Revolutionen der Geschichte: unzählige Kriege, Hungersnöte und die unwiederbringliche Zerstörung der Natur ganzer Kontinente finden ihre Wurzeln ihm Hunger nach Fleisch.

 

Doch die Zahl der Menschen wächst stetig, die gegenüber Tieren nicht länger vom Recht des Stärkeren Gebrauch machen wollen. Mit ihrem neuen Lebenstil, der auf Konsumgüter verzichtet, die mit dem Misshandeln und Töten von anderen Tieren verbunden ist, treiben sie eine große Idee von Gerechtigkeit weiter voran: weil auch die anderen Tiere fühlen und denken können und mit diesen Gefühlen und Gedanken alt werden möchten, haben sie einen Anspruch auf Schutz und Respekt ihrer Interessen. Sie haben ein Recht auf ihr Leben.

 

Dieses natürliche Recht setzt dem Menschen eine moralische Grenze, Tiere als fühlende, denkende Individuen nicht mehr zum Lebensmittel zu degradieren. Diese moralische Pflicht des Menschen ergibt sich aus seiner disbezüglichen Wahlfreiheit und Erkenntnisfähigkeit, sowie aus grundsätzlichen ethischen und politischen Gerechtigkeitserwägungen.

 

Veganer stellen ein tiefes Selbstverständnis unserer Kultur in Frage. Es ist eine praktizierte weiterentwickelte Theorie der Gerechtigkeit, die noch herrschende Diskriminierung überwinden will.

 

 

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© Silke Ruthenberg