Uni Graz: Vegetarier sind ungesünder - eine Stellungnahme

Veggies siech und elend? Foto:Dieter Schütz / pixelio.de

Eine im Februar 2014 veröffentlichte Studie der Universität Graz an 1320 Personen ergab, dass Vegetarier häufiger Krebs und Herzinfarkte haben, wesentlich öfter an Allergien, Asthma, Diabetes, Migräne und Osteoporose leiden und mehr psychische Störungen als Viel-Fleischesser vorweisen. 

 

Das Ergebnis der Studie fand ein breites und triumphierendes Echo in den Massenmedien. Leute, die viel Fleisch essen, leben gesünder als Vegetarier! Da schlägt sich der Fleischesser jubelnd auf die Schenkel und die Vegetarier schauen irritiert aus der Wäsche, was hinwiederrum den ideologischen Fleischvertilgern Hochgefühle verschafft ...

 

Einiges lässt sich zur Studie sagen, das Wichtigste soll hier gesagt werden:

 

Was wir lesen wollen und was nicht...


Nein, wir wundern uns gar nicht, dass die Studie in allen Leitmedien ihre gebührende Erwähnung gefunden hat. Eine Ehre, die anderen, zumeist wesentlich größeren Vegetarierstudien regelmäßig nicht zuteil wird.

Zeitungen schreiben halt lieber, was Leute lesen wollen. Und es liegt auf der Hand, dass die 90+% Noch-Fleischesser lieber von kranken und meschuggen Veggies lesen wollen als etwa von der Adventistenstudie an annähernd 100000 Personen, die ergab, dass vegetarische Männer durchschnittlich 9 Jahre länger leben als die anderen...

 

Hilflose Reaktionen 

Freilich kursierten in der Veggieszene sofort Verschwörungstheorien, die Studie sei von der Fleischindustrie finanziert. Belegt ist das nicht. Widerlegt allerdings auch nicht. Eigentlich würde ja schon reichen, eine etwaiige Parteilichkeit der Studienleitung an deren Ernährungsgewohnheiten festzumachen... Auch die sind nicht bekannt, man kann sich nur einiges vorstellen.

 

Ernstzunehmender die Kritik des Vegan-Arztes Dr. med. Ernst Walter Henrich von www.pro.vegan.de. Er deutet die Studie dahingehend, dass sie indirekt die ernorme gesundheitliche Schädlichkeit von Milchprodukten belege.

Die Argumentation hakt allerdings daran, dass es keinen Hinweis darauf gibt, dass die untersuchten Fleischesser keine oder weniger Milchprodukte verzehren als die Vegetarier.

 

Wer lesen kann ist klar im Vorteil:


Die Leiterin der Studie, Nathalie Burkart, kritisiert in der WELT die verzerrende Darstellung der Studie. Nie habe man behauptet, dass Fleisch gesund sei. Vor allem aber sagt sie eines: „Wir können aber nicht sagen, was hier Ursache und was Wirkung ist!“

 

Und genau hier liegt der Knackpunkt. Die österreichische Studie ist keine Verlaufsstudie, sie offenbart den Istzustand.

Und offenbar ist ein Istzustand, dass kranke Menschen leichter zur Besinnung kommen, sich gesund zu ernähren. 

Vegetarische (und vegane) Ernährung ist seit Jahrhunderten als Heilsernährung anerkannt. Da liegt es auf der Hand, dass erkrankte Menschen sich in der vegetarischen Ernährung Linderung ihrer Leiden versprechen. Und die ist bei allen aufgeführten Krankheiten durch vegetarische/vegane Kostformen nachgewiesen. So einfach ist das.

 

By the way: Unter dem Begriff Vegetarier wurden im übrigen 30 Veganer, 125 Vegetarier und 180 Fischesser zuammengefasst - eine eigenartige Vorstellung von "Vegetarier", wenn mehr als die Hälfte der Vegetarier gar keine sind.

Wahrscheinlich haben uns die Fischesser die Statistik verhunzt!!! Das Fischessen eine tödliche Angelegenheit ist, haben wir ja schon immer gesagt.

 

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© Silke Ruthenberg