Von Luft und vom Klima

Fleisch ist ein enormer Energiefresser und die Verwandlung von Tieren in Schnitzel und Braten erfordert enorme Mengen an Treibstoff. Da ist sogar Autofahren noch ökologischer. Zudem ist die "Viehindustrie" maßgebliche Ursache für die globale Erwärmung und den Klimawandel. Als Veganer sparst du Treibstoff und schützt das Klima. 

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Die Luft ist das dritte Element, dem die Nutztierindustrie zusetzt.

Einerseits benötigt die Produktion von Lebensmitteln tierischer Herkunft enorme Mengen an Energie. Vier Liter Treibstoff werden in der Mast verbraucht für ein einziges Pfund Fleisch. Die Produktion von einer Kalorie Eiweiß aus Sojabohnen erfordert zwei Kalorien an fossilen Brennstoffen, bei Rindfleisch sind es 54 Kalorien. [21]

Hinsichtlich des Energiebedarfs ist Autofahren beinahe „ökologischer" als Fleischessen. Um ein Auto mit einem Treibstoffbedarf von 8,9 l zu bewegen benötigt weniger Energie, als die Herstellung der Kalorien, die ein Mensch bei gleicher Kilometerleistung beim Laufen verbrennt.

Ein Drittel des gesamten Energiebedarfs geht auf Kosten der Nutztierindustrie und der Produktion tierlicher Nahrungsmittel. Der Energiebedarf für die Produktion von Getreide beträgt hingegen nur 5% vom Energiebedarf der Fleischerzeugung.

 

Sind wir nun beim Klimawandel angelangt: Der Einsatz chemischer Düngemittel für Futtergetreide setzt Stick-oxide frei, die an der globalen Erwärmung mit immerhin sechs Prozent beteiligt sind. Allein die Darmgase der 1,3 Milliarden Nutz-Rinder auf der Welt haben einen Anteil von 12 Prozent am Methanausstoß. Hinzu kommt der Methanausstoß durch Brandrodungen. Methan könnte sich in den kommenden Jahrzehnten zum wichtigsten Treibhausgas entwickeln. Schon heute ist es mit bis zu 18% an der globalen Erwärmung beteiligt und mit bis zu 40% am Ozonloch. ...

 

"Was verursacht mehr Treibhausgasemissionen: Viehzucht oder Autofahren?" Diese Frage stellt Die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) - und beantwortet sie auch gleich selbst in einer neuen Studie namens „Der lange Schatten des Viehs": Weltweit erzeugen rund 1,5 Milliarden Rinder, 1,7 Milliarden Schafe und Ziegen sowie unzählige Schweine und Hühner mehr Treibhausgase als der gesamte Transportsektor, zitiert die Tageszeitung im Januar 2007.

 

Im Mai 2007 ist es sogar bei den Bild-Lesern angekommen: Zusammen mit den Brandrodungen ist die Landwirtschaft mit fast 40% an der drohenden Klimakatastrophe beteiligt. Klartext spricht der Marburger Forschers Ralf Conrad in der Mainpost vom 22.02.2007: wenn die Menschheit sich anders ernähren würde, könnte der Klimawandel gebremst werden. „Kurz gesagt könnte die Parole lauten: Keine Rinder mehr essen, auf Milchprodukte verzichten», sagte der geschäftsführende Direktor des Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin.

Das von Bakterien in Mägen von Wiederkäuern produzierte Methan ist eines der stärksten Treibhausgase. An der «Methanschraube» in der Atmosphäre zu drehen, könne dabei schneller einen positiven Effekt bringen, als rasch den Kohlendioxidausstoß reduzieren zu wollen, sagte Conrad. „Der Methan- Kreislauf in der Atmosphäre ist innerhalb von etwa acht Jahren beeinflussbar, bei Kohlendioxid dauert das Jahrzehnte."

21 John Robbins, Food Revolution, Freiburg, 2003, S. 277

22 John Robbins, Food Revolution, Freiburg, 2003, S. 307

23 John Robbins, Food Revolution, Freiburg, 2003, S. 311

24Mc Ginn, Anne Patt, „Blue Revolution-The Primises and Pitfalls of Fish 

Farming“, World Watch, März/ April 1998, S. 10-9.

25John Robbins, Food Revolution, Freiburg, 2003, S. 314

 

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© Silke Ruthenberg