Wie wir das Wasser vergiften und verschwenden

Die Nutztierindustrie belastet weltweit unserer Wasser in zweierlei Hinsicht. Sie verschwendet ungeheuere Mengen an Trinkwasser. Die gute Nachricht: Als Veganer sparst Du jedes Jahr 5 Millionen Liter Wasser ein, das nun nicht mehr verbraucht werden muss, um Dich zu ernähren. Und Shit happens: die gigantischen Mengen an Gülle vergiften Flüsse, Seen, Meere und letztlich auch das Trinkwasser. Als Veganer machst Du rundheraus gesagt einfach deutlich weniger Scheiß.

Grace Winter/ pixelio - www.pixelio.de

Am 3.2.2014 meldeten die Deutschen Wirtschaftsnachrichten, dass China und Indien sich auf einen massiven Wassermangel vorbereiten. Mehr als die Hälfte des chinesischen Grundwassers ist durch die Agrarwirtschaft verdreckt. In Indien soll im Jahr 2025 die Grenze zur absoluten Wasserknappheit überschritten werden. Der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon stellte zum Beginn des Wassergipfels in Budapest 2013 fest, dass sich die Entwickung verschärft. Schon im Jahr 2030 könnte jeder zweite Erdenbürger unter Wassermangel leiden und der Bedarf die verfügbaren Reserven um 40 Prozent übersteigen. "Die Menschheit hat in den vergangenen fünf Jahrzehnten mehr Ressourcen verbraucht als in 5000 Jahren davor", ergänzte der ungarische Präsident Janos Ader.

 

Die Ressource Trinkwasser ist aber auch in Europa und den USA bedroht. In den USA geht fast die Hälfte des gesamten Wasserverbrauchs auf den Anbau von Futtergetreide zurück. 70% des gesamten Wasserverbrauchs gehen auf das Konto der Landwirtschaft, davon 50% für den Anbau von Futtergetreide.[11]

Für die Gewinnung von Proteinen tierlicher Herkunft wird bis zu 15 mal mehr Wasser benötigt als für die Produktion derselben Menge pflanzlicher Eiweiße.[12] Die Fleischindustrie gibt 1669 Liter Wasser zu, die für 500 Gramm Rindfleisch aufgewendet werden.

Die Zahlen, die Dr. Georg Borgam von der Michigan von der Michigan-State-University nennt, liegen bereits wesentlich höher: 9463 l. Landwirtschaftsexperten der Universität von Kaliforniens haben sogar errechnet, dass für Rindfleisch 19.737 Liter Wasser benötigt wird, bei Tomaten sind es 87 Liter, bei Weizen 95 Liter.[13]

 

Das ist mehr, als die Erde hergibt. Man schätzt , dass das größte Trinkwasserreservoir der Erde, das Ogallala-Reservoir zwischen Texas und Süd-Dakota bereits zur Hälfte ausgeschöpft ist.

In Kalifornien, wo 42 Prozent des entnommenen Wassers zum Tränken des Viehs und für den Anbau von Futtergetreide verwendet wird, ist der Grundwasserspiegel soweit gesunken, dass die Erde über dem Hohlraum um bis zu 10 Meter abgesunken ist. [14] Durch diese Entwicklung versiegen weltweit Millionen von Wasserquellen.

Viele Staaten dieser Erde haben Defizite in der Frischwasserversorgung. Sie entnehmen den unterirdischen Wasservorräten mehr Wasser, als der Regen nachliefern kann. [15] Gäbe es keine Subventionen für Trinkwasserentnahme durch die Landwirtschaft, würde das billigste Hamburgerfleisch 50 €/kg kosten.

 

Wasserverbrauch

1 kg Rindfleisch ...

= ein Jahr täglich sieben Minuten duschen

= 500 Toilettenspülungen

= 226 Kilo Tomaten

 

Quelle: University of California

 

olga meier-sander/ pixelio - www.pixelio.de

Die Nutztierindustrie setzt dem Element Wasser aber auch auf anderem Wege zu: Die organischen Abfälle gelangen in Grundwasser und Oberflächenwasser und vergiften dieses nachhaltig.
Der Anteil der Viehwirtschaft an der Umweltverschmutzung ist doppelt so hoch wie der gesamte Schadstoffausstoß der Industrie. Ein Mastbetrieb mit 10.000 Tieren produziert soviel Abfälle wie eine Stadt mit 110.000 Einwohnern. Der organische Müll eines Mastbetriebs mit 1.000 Tieren entspricht der Abfallmenge einer Stadt mit 11.000 Einwohnern. Die größte Schweinemastanlage der USA produziert soviel Abwässer wie die Metropole Los Angeles. [16]

 

Und wohin mit all dem Mist? Auf die Felder.

Nach den Kriterien der Europäischen Gemeinschaft sind 89 Prozent der Flüsse und Bäche, 57 Prozent der Seen und 38 Prozent der Grundwasserleiter in Deutschland derzeit in einem „schlechten chemischen Zustand". Für die Verunreinigungen im Grundwasser seien „nahezu ausschließlich die Nitratbelastungen aus der Landwirtschaft verantwortlich", stellt im Jahr 2010 das Umweltbundesamt fest. 15 Prozent des hiesigen Grundwassers lagen über dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm Nitrat pro Liter. 36 Prozent wiesen „deutlich bis stark erhöhte Nitratwerte auf". Hauptursache für die Nitratbelastung ist die Gülledüngung.

QUELLENANGABEN:

11       Corson 1990, S. 79

12    Francis Moore Lappe` 1982, 74)

13       John Robbins, Food Revolution, Freiburg, 2003, S 250

14       Jeremy Rifkin, Das Imperium der Rinder, Frankfurt/ Main, 1994, 185.

15       Time Magazin, 8.11. 1999

16       Jeremy Rifkin, Das Imperium der Rinder, Frankfurt/ Main, 1994, 187

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Silke Ruthenberg