Kampfschriften gegen Veggies von ewig Gestrigen zum Jahreswechsel - eine gesalzene Antwort

Wider den neuen Vegan-Feminismus - Männer, esst mehr vom Tier! (Quelle: FOCUS online, 31.12.2014)

 

Um den armen, bedrohten Mann (ach Gottchen!) geht es Carsten Otte, der sich bestimmt immer noch voll gut fühlt, weil er seinem Pamphlet die rasante und unglaublich revolutionäre Forderung voranstellt: Esst mehr vom Tier!

Da wagt einer was und Angriff ist eben immer die beste Verteidigung. Otte hat nämlich einen neuen großen Feind ausgemacht! Nein, nicht der Russe. Nicht der Russe Putin. Diesmal nicht.  Das Schrecklichste der Schrecken sind lustfeindliche vegane Feministinnen. 

 

Dafür erstmal ein herzlicher Dank an den Autor, dass er einem schon am frühen Morgen des Silvestertags einen solchen Spaß bereitet. Man hält sich noch den Bauch, während man weiterliest und sich weiter amüsieren darf, denn die Komik schreitet fort, wenn sie auch offenkundig unfreiwillig und eigentlich auch total unoriginell daherkommt.

 

Veganer mit dem rhetorischen Vorteil Mitgefühl

 

Zunächst die lästige Pflichtübung, sich von der Massenfolter in Massentierhaltung und Schlachthof zu distanzieren, das gehört sich heute so, der Soziopath weiß ganz genau, was er dem guten Image schuldig ist. Klingt auch etwa so wie der leicht beleidigte Hinweis der Verantwortlichen der Folter in Guantanamo, man habe das schließlich öffentlich gemacht. Das entschuldigt alles. 

 

Doch nach der Anstandsouvertüre legt Carsten Otto mit Verve los: „ Statt sich aber für artgerechte Nutztierhaltung einzusetzen, wird das vegane Leben zum Maßstab eines autoritären Weltbilds erhoben.“

Jetzt hat er es uns aber gegeben, denkt er. Wir denken: offenkundig leider nicht autoritär genug, wenn es um solch grobe Klötze wie C.O. geht. 

 

Und schon kriegt er Angst vor seinem Mut und miemt den Jammerlappen: „ Die radikalen Verteidiger der Tierrechte haben leider einen rhetorischen Vorteil, weil sie auf ein Pathos setzen können, das Mitgefühl erzeugt...“.

Man möchte sogleich mitleidig dem Autor den Hinterkopf streicheln für diese Zumutung, dass er zum Mitgefühl gezwungen werden soll. Sowas Unmenschliches aber auch! Und aussichtslos auch, Otte ist da gefeit und hat sich darüber hinaus auch vor Wissen und Einsicht gut geschützt.

 

Geballte Paranoia und unsere Antwort

 

So argumentiert er los, die Veganer und andere gebildete Menschen wird’s schütteln bei so viel geballtem Unsinn:

„Denn wie weit würden Tierrechtler und vegane Ideologen gehen?“ Antwort: Tu Deiner Fantasie nur keinen Zwang an...“ *böse grins* und *buh! sag*.

„Würden sie Ureinwohnern irgendwo auf der Welt den Krieg erklären, weil sie Katzen und Hunde verspeisen?“ Antwort: Seit wann sind Chinesen Ureinwohner? Immerhin kriegen diese chinesischen Ureinwohner selber schon Tierbefreiungen von Katzen auf die Beine, wo der brave Westen nur staunen kann, zum Beispiel jüngst 1000 Katzenbraten - noch voll lebendig.

„Sollen weltweit Milliarden Menschen missioniert werden?“ Nö. Da wäre zu mühsam, es gibt zu viele moralische Analphabeten allüberall. Wir setzen auf Gesetz und Guillotine. Und Ätsch: die veganen Missionare werden wir auch nicht aus Europa vegan kolonialisieren müssen, daran arbeiten bereits vegane Ureinwohner in Russland und China und Israel.

 

„Und welche Nahrungsmittelengpässe und Umweltkatastrophen ergäben sich, wenn die Weltbevölkerung keine tierischen Proteine zu sich nähme? Müssten, dürften oder sollten Menschen sterben, wenn alle Tiere „befreit“ würden? Auf dieses Dummgeschwätz die rausgestreckte Zunge mit den Worten von St. Juist aus Dantons Tod: „Es scheint in dieser Versammlung einige empfindliche Ohren zu geben, die das Wort "Blut" nicht wohl vertragen können. Einige allgemeine Betrachtungen mögen sie überzeugen, dass wir nicht grausamer sind als die Natur und als die Zeit. Die Natur folgt ruhig und unwiderstehlich ihren Gesetzen; der Mensch wird vernichtet, wo er mit ihnen in Konflikt kommt. (...) Ich frage nun: soll die geistige Natur in ihren Revolutionen mehr Rücksicht nehmen als die physische? Soll eine Idee nicht ebensogut wie ein Gesetz der Physik vernichten dürfen, was sich ihr widersetzt?" Und heul jetzt nicht gleich, das sind Worte aus der Französischen Revolution, auch Deine Rechte haben eine blutige Geburtsstunde.

 

Das Pöbelopfer wehrt sich 

 

„Die regressiven Pöbeleien der veganen Front lasse ich mir aber auch nicht länger gefallen,“ schreibt der Autor fußstampfend und wir Kampfveganerinnen lassen die Zunge weiter draußen und kichern frech: „Es wird Dir nichts anderes übrigbleiben. Wir müssen Dich ja auch ertragen, bis nicht endlich die vegane Revolution ihre grünen Fahnen wehen lässt und die Guillotinen auf den Marktplätzen errichtet werden. Von den Otte-Opfern Schwein, Rind, Huhn und Karpfen ganz zu schweigen."

 

Man könnte ewig so weiter lästern, zum Beispiel über die Selbstadelung des Autos als "aufgeklärter Carnivore" (welch eine Antithese, welch himmlische Chuzpe), die danebengegangene Argumentation gegen den veganen Feminismus, die uns zur Überlegungen inspiriert, ob Veiber (Vegan-Weiber) Geflügelscheren auch zum Würstchenabschneiden zweckentfremden kann. Also, wenn man schon so ermuntert wird...

 

Apropos Würstchen. Otte bezeichnet sich als Gastrosexueller und schon wieder schmeißt man sich auf den Boden und strampelt kichernd mit den Hinterläufen, weil einem der allbekannte Spruch in den Sinn kommt, dass das Essen der Sex des Alters ist. Armer Carsten, ist es schon soweit? Du bist doch erst Anfang 40. Die Medizin sagt ja, dass Prostataprobleme und Fleischeslust zusammenhängen. Und Vegan und Virilität zusammenstehen.

 

In diesem Sinn: Im nächsten Jahr gehts hoffentlich besser. 

Silke Ruthenberg

 

 

Meine Kampfansage an die "mafiöse Veganerszene"

Quelle: WELT online, 29.12.2014

 

In der WELT sagt uns Mike Kleiß zeitgleich die neckisch-provozierende wau-wie-mutig-Meinung in einem offenen Brief an die „Lieben Veganer, Silvester gibt es Fleischfondue!

Es ist (M)eine Kampfansage an die "mafiöse Veganerszene". 

 

Uiihhh. Da scheint ja mal wieder einer ein Fall für den Presserat zu sein, oder müssen wir uns als Mafia beschimpfen lassen? Ich meine: ja und nein. Es wäre zuviel der Ehre fürwahr.  Weil wir es mit unserer Durchsetzungskraft noch nicht soweit gebracht haben wie die Mafia, die Wirtschaftsmafia, zu der ja auch die Fleischmafia zählt. Nein, leider nein. Aber geschmeichelt fühlt man sich schon, zugegeben...

 

Von veganen Kochbüchern umzingelt

 

Aber egal, wenn Mike Kleiß es guttut, dannn lassen wir es gut sein, überhaupt scheint er mit trotziger Energie ständig dahinter her zu sein, was ihm gut tut. Wenn er was tut, was ihm nicht guttut, dann ärgert ihn das gewaltig. Zum Beispiel in Buchhandlungen gehen, was ihm eigentlich immer gutgetan hat, aber heutzutage wird er mit lauter veganen Kochbüchern belästigt, was ihm ganz und gar nicht gut tut, sondern so ärgert, dass er seinem Frust über seine Laufkolumne in der WELT einen Ablauf verschaffen muss, um keine magengeschwüre zu entwickeln.

Früher, das ist lange her, da gab es noch keine veganen Kochbücher in Buchhandlungen, da war die Welt noch in Ordnung, da gab es auch noch einen Bismarckhering (R.i.P.) im Brötchen für 1,50 Mark für den kleinen Mike und seinen Opa Zigaretten mit Goldfilter. In der guten alten Zeit.

 

Doch nun ist alles anders und schlecht geworden. Man muss dazu wissen, dass der gemeine Narzisst, der heutzutage in Mehrheiten die Welt gerade auch hierzulande bevölkert, nicht nur paranoid ist, sondern es ihm auch an Mitgefühl gebricht. So wundert es dann auch nicht, dass sich K. von veganen Kochbüchern umzingelt sieht (sic!) und daraufhin kolportiert: „ Verstehen Sie mich nicht falsch, nennen Sie mich Old School, ich bin 44, also noch nicht scheintot, aber was ist falsch an einem ordentlichen Stück Fleisch, wenn man ordentlich viel Sport macht? Nichts ist falsch. Nichts. Basta!“

Wie einem Schwein im Stehsarg ordentlich Sport das nackte Leben vor dem Reißzahn von Mike Kleiß rettet, möge mir der Autor erklären. Davonlaufen können die nicht. 

 

Vegane mafiöse Stukturen

 

Immerhin hat Otte bereits mafiöse Strukturen in der Vegan-Szene ausgemacht. Freundliche Damen legen Leimruten aus in Form von noch mehr freundlichen jungen, hübschen, süßen, tierlieben Veganermäusen (sic!). „Diese mädchenhaften Elfen werden zu eiskalten Engeln, wenn man Kritik am System übt. Die veganen Elfen werden plötzlich zu Kriegerinnen, zu fleischgewordenen Killerpflanzen.“

 

Zum Glück weiß der femiphobe Autor sich zu schützen, indem er beispielsweise bei sozialen Netzwerkdiskussionen nebenbei „sehr leckeres“ Hähnchenfilet verspeist. Da beweist sich der ganze Kerl, indem er ein totes Huhn auf dem Teller fertigmacht. So einer lässt sich auch von veganen Hühnern nicht kleinmachen. Im Fall des Falles kann Kleiß auch in seinen veganen Turnschuhen gut davonlaufen, vom Laufen versteht er nämlich was. 

 

Freilich beeilt sich auch dieser Autor, zu beteuern, gegen Tierquälerei zu sein. Die Phrasendrescherei gehört sich so. Am Silvesterabend gab es bei ihm jedenfalls ein "fantastisches Fleischfondue". Mit komplexen geistigen Transferleistungen klappt es bei ihm offenkundig deutlich schlechter als bei Krähen.

Wir hoffen inbrünstig, dass es heute am Neujahrstag bei Mike Kleiß ordentlich muht im Bauch. Zumindest das. Aber der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. 

Silke Ruthenberg

Leitartikel

 

Ende der Feigheit

 

Tönnies und Wiesenhof sind ein Albtraum, der Deutschland heimsucht. Noch immer liegen Leichenteile in der Auslage von Rewe und Tengelmann. Unschuldige sind hierfür ermordet worden, die Welt ist  Zeuge, als marodierende Banditen die Toten zerfledderten, ihnen die Würde nahmen.

Hier, in den Schlachthöfen von München, Hamburg und Berlin, hat sich sein wahres Gesicht gezeigt: Der gemeine Fleischesser steht enttarnt da, nicht mehr als Gourmet, sondern als Paria der Wertegemeinschaft. Die Toten der Schlachthöfe in München, Hamburg, Berlin sind auch seine Toten, er ist für den Mord mitverantwortlich, und es ist nun der Moment gekommen, ihn zum Einlenken zu zwingen - und zwar mit harten strafrechtlichen Sanktionen.

Niemand zweifelt noch ernsthaft daran, dass die Tiere in der Auslage hingerichtet wurden. Tönnies hat selbst zugegeben, dass die Firma über Systeme verfügt, und die Indizienkette ist eindeutig.

Das Essen der Opfer mag ein tragisches Versehen gewesen sein. Wer das Schnitzel verzehrt, wollte vermutlich kein Tier töten. Doch der Verzehr ist die direkte Folge davon, dass Tönnies die Tiere in den vergangenen Tagen gemeuchelt hat. Er ist ein Symbol für die Ruchlosigkeit der Fleischesser - und für das Versagen der Wertegemeinschaft.

Die Wertegemeinschaft muss deshalb alle Druckmittel ausschöpfen, über die sie verfügt. Es geht nicht um Eskalation, sondern um Abschreckung - und damit diese wirkt, muss sie glaubwürdig sein.

Die Verbindungen zwischen dem gemeinen Fleischesser und den Schlachtern von Tönnies liegen offen zutage. Wer harte Maßnahmen verlangt, um Tönnies zum Einlenken zu bewegen, ist kein Kriegstreiber.

Das gelingt nur, wenn die Veganer vereint auftreten und auf Egoismen verzichten. Solange Fleischesser weiterhin auf Toleranz hoffen können und Tönnies und Wiesenhof von den Fleischessern profitieren wollen, kann der Veganer den Massenmörder nicht beeindrucken.

Für die Sanktionen wird die Wertegemeinschaft, werden auch wir Veganer sicherlich einen Preis zahlen müssen - aber der Preis wäre ungleich höher, wenn Fleischesser und die marodierenden Mörderbanden von Tönnies und Wiesenhof ihre tierrechtswidrige Politik ungehindert fortsetzen könnten: Der Frieden und die Sicherheit in Europa wären dann in ernster Gefahr.

 

Anmerkung der Redaktion:

Ähnlichkeiten mit einem Leitartikel des SPIEGEL im Juli 2014 sind volle Absicht. Das Hetzen muss man von denen lernen, die es beherrschen. Wer siegen will, der pfeift auf Form und Anstand und spricht die Sprache des Gewinners. Es wird Zeit, dass das auch die mit den ehrenhaften Motiven lernen. Denn sie allein haben die Legitimation dafür.

 

Fleisch darf man bald nur noch heimlich essen

Rosige Zeiten, wie es die größte Optimisten unter den Veganern kaum zu hoffen wagen, beschreiben Maxeimer&Miersch dieser Tage in „DIE WELT“.

Ausgerechnet die generalverdächtigen Maxeimer&Miersch, die seit Jahrzehnten keine Gelegenheit ausgelassen haben, Tierrechtlern und dergleichen Idioten-Ideologen ordentlich ans Bein zu pinkeln, nein, das haben wir alte Hasen der Generation Vegan-seit-der-Stunde-Null nicht vergessen.

Doch nun verkünden uns die beiden hoffnungslosen Fälle philosophischer Einsichtsfähigkeit die wirklich frohe Botschaft, dass man Fleisch bald nur noch heimlich essen darf. Wir streichen uns die Nackenhaare wieder glatt und lesen mit hüpfendem Herzen vom kollektiven Mobbing der Fleischesser im feuilletonistischen Segment der globalisierten Gesellschaft.

Szenen auf der jüngsten Buchmesse weckten den Verdacht von M&M. Denn bei Tische stellte die Szene der Verlagsgesellschaft angeblich nur mehr die eine Frage: vegetarisch oder vegan? Die Anwesenheit eines gemeinen Fleischfressers in der Runde würde gar nicht mehr in Betracht gezogen, konstatieren die Autoren bitter, sind ja selber von der Sorte, sonst wäre es ihnen wohl kaum aufgefallen.

Zu allem Überfluss sind es auch noch die Frauen, die die kollektiven Freß-Regeln aufstellen, wenn sie die erste Wahl haben und zum Salätchen oder zur vegetarischen Pizza greifen. Danach traue sich nämlich kaum ein männlicher Fleischfresser mehr, sich mit falscher Kostwahl daneben zu benehmen. Nur die Alphamännchen, etwa in Gestalt eines bekannten Autors (zB. M&M. höchstpersönlich??), wage dann noch Zwiebelrostbraten und Rumpsteak zu wählen, während die rangniederen Sünder um Vergebung betteln, die zwar formal erfolge („Ich bin zwar Vegetarierin, aber nicht dogmatisch.“), aber schon richtig verstanden werde: „Du bist zwar eine tierquälerische und ignorante Null, aber für den Rest des Abends werde ich mich trotzdem mit Dir unterhalten...“

Wie dem auch sei: Der Geruch gebratenen der gegrillten Fleisches würde mittlerweile als mindestens ebenso störend empfunden wie das Rauchen, beschreibt der gemeine, gemobbte Fleischfresser den Istzustand: Schnitzel=Zigarette; Rumpsteak=Havanna-Zigarre. 

Entsprechend verstohlen kuckten sich die schwarz gekleideten Herren in der langen Warteschlange vor „Burrito-Bande“ dann auch um: als wollten sie einen Sexshop betreten.

Ewig schade, dass man selber nicht auf der Buchmesse war. Und wie wird es weitergehen? Wird es in einigen Jahren in Restaurants extra Fleischfresserzimmer geben? Und kurz darauf die moralisch begriffstutzigen Omnis mit der Bockwurst vor die Türe müssen? Und eines Tages gar der Zutritt verwehrt wird: „Fleischfresser müssen leider draußen bleiben“?

Werden Fleischfresser panisch den Aufzug verlassen, wenn eine Veganerin zusteigt, aus lauter Angst, dass diese zwei Stockwerke später aus dem Lift stürmt und schreit: „Er hat mir sein Wienerwürstel gezeigt?“

Kurz und gut: wir sind optimistisch und versprechen nur, zumindest dann kurz innezuhalten, wenn nach der veganen Revolution die ersten Guillotinen vor Mac Donalds errichtet werden.

Silke Ruthenberg

 

Unser täglich Veggie-Bashing gib uns heute!     Studie: Vegetarier haben miese Spermien

Heissa hopsa, es gibt wieder Neues von der Kampffront gegen die Veggies.

Ich will es spannend machen, also erstmal die Preisfrage: Was sind die beliebtesten Vorurteile über Veggies?

Richtig, sie sind kränklich, verrückt und impotent.

 

Denn bei Veggies ist Minderheitenmobbing hoffähig. Wen wundert es dann, dass derlei Vorurteile in aller Regelmäßigkeit mit Feuereifer von den Medien breit gestreut werden, wenn sie mit der Wucht sogenannter Studien daherkommen können. Jetzt sagt es auch die Wissenschaft, jubelt der hochmotivierte Lohnschreiber und setzt – in der rechten Hand die Leberwurstsemmel -  sprachgewaltig gern noch eines drauf, um Nachdruck zu verleihen.

Das ist nämlich so wie bei der derzeitig medial hochbeliebten Trendsportart Putin-Bashing: es geht niemals um die Wahrheit. Es geht ums Siegen. Machiavelli tickt anders als Wahrheit und Moral. 

 

Wir  erinnern uns noch gut an die kleine österreichische Studie, die angeblich ermittelte, dass Vegetarier häufiger Krebs und Herzkreislauferkrankungen haben. Die Momentaufnahme sagte tatsächlich nur aus, dass chronisch Kranke häufiger Vegetarier sind, durch Schaden wird man eben manchmal klüger. Abr wer will sowas schon wissen? Der Umkehrschluß macht die gute Story! Also was hindert uns?

 

Monate zuvor ermittelte das Robert-Koch-Institut, dass psychisch Kranke häufiger Vegetarier würden, was sich in seiner primitiven Plattheit wunderbar eignet, sich selbst die ureigene, vermeintliche psychische Gesundheit durch den kräftigen Biss ins Rumpsteak zu unterstreichen.

Leider gibt es keine Studien, die bestätigen, dass Soziopathen unter Fleischfressern häufiger vorkommen als unter Veganern.

Und gäbe es sie, würden daraus ein "Vegetarier sind häufiger übersensibel", was sich bei der angehenden gesellschaftlichen Leitstörung Phychopathie echt gut machen würde, um den Moralbefreiten als Sieger dastehen zu lassen und der Veggie der Dumme ist.

 

Kurz und gut, kommen wir zum neuesten Streich. Alle männlichen Veggies und Veganer mögen jetzt ganz tapfer sein, denn tiefer kann man kaum zielen: Die Loma Linda University hat herausgefunden, dass die Qualität der Spermien von Vegetariern und Veganern um 70% schlechter sei als die von Fleischfressern.

Die Studie ist kaum belastbar und noch nicht mal veröffentlicht, sagen informierte Kreise, aber so dumm sind wir nicht, dass wir nun wissenschaftlich dagegenhalten.

Wir sagen etwas anderes, nämlich zwei Sachen:

1. Es wird allerhöchste Zeit, dass Impotenz um sich greift und endlich diese unsägliche Bevölkerungsexplosion ausgebremst wird. Aussterben wäre auch angebracht bei all dem Elend, das diese Art angerichtet hat, anrichtet und anrichten wird. Veggies haben den Trend schneller erkannt als die fleischmampfenden Idioten. Leider, leider erfahren wir aber aus der Studie, dass die Möhrenfresser weit davon entfernt sind, unfruchtbar zu sein. Also was soll das Ganze dann?

2. Wir wissen, wer der Weltmeister der Fruchtbarkeit ist: das Kaninchen. Ausgerechnet.

Reine Geschmackssache- Ethisch essen mit Fleisch

Der 25jährige norwegische Künstler Alexander Selvik Wengshoel  macht es Fleischliebhabern vor, wie ethisch korrektes Fleischessen geht. Er hat seine eigene Hüfte verspeist, die ihm vor vier Jahren entfernt worden war , um sie durch eine künstliche Variante zu ersetzen.

Die Ärzte überließen ihm den Knochen, an dem sich noch sein eigenes Fleisch befand. Zuhause kochte er ihn, um das Fleisch besser abkratzen zu können. In diesem Moment kam ihm die Idee. "Warum nicht?", habe er sich gefragt. Es sei nicht alltäglich, immerhin sein eigenes und essbar. "Also habe ich ein Stückchen probiert." Und das habe "wirklich nett" geschmeckt: "Es war ein bisschen wie Ziege."  

Aus dieser Eingebung heraus fasste er den Plan, das ganze Stück Hüfte zu verspeisen. "Ich beschloss einfach, diesen wirklich schönen Moment mit mir und meiner Hüfte zu genießen", sagte er. Zur Hüfte gab es übrigens Kartoffelgratin und dazu ein Glas Wein.

 

Bei dieser Gelegenheit erinnern wir uns an Armin Meiwes, der vor 13 Jahren Bernd aus Berlin gefressen hat (O-Ton Berliner Zeitung) und in zweiter Instanz wegen Mords verurteilt wurde. Und das, obwohl der „Kannibale von Rotenburg“ Bernd Brandes vor der Schlachtung ausdrücklich um Erlaubnis gefragt hat, ein Anstand, den der gemeine Fleischesser sonst nie aufbringt.

Wengshoel setzte nun neue Akzente für die Gourmets dieser Welt. Und wenn es schon nicht die eigene Hüfte ist, so fällt in den OP-Sälen dieses Landes sicher jede Menge Verzehrbares an: Raucherbeine, Brüsterl, Präputien, als Ring frittiert statt Tintenfisch.

Nur keine Zurückhaltung. Unseren Segen habt ihr. Skål!

Veganer, die sich ins Bein schießen - ein Omni redet sich in Fahrt

Beda Stadler ist ordentlicher Professor und Direktor des Instituts für Immunologie der Universität Bern. In der Schweiz benimmt er sich regelmäßig durch ketzerische Kolumnen contra bio, alternativ und gentechnikfrei daneben und erlangte auf diesem bewährten Weg größere Bekanntheit. Frauenfeindlich soll er auch noch sein. Plumpe Polarisierung als Mittel, den narzisstischen Geltungsdrang befriedigen. Oder so.

 

Nun kommt was kommen muss: Am 13.04.2014 wetterte er gegen Veganer.

Doch Ätsch: auch Veganer können Rabulistik. 

Ein fiktives Interview auf Basis von Belas "Thesen".

 

Beda Stadler: Eine Ernährung, bei der man ständig in die Apotheke rennen muss, kann ja nicht gesünder sein.

 

Viva-Vegan: Woher wissen Sie denn, dass Veganer  in Apotheken rennen müssen, wenn Sie nicht selber dauernd dort sind, hä?

 

Beda Stadler: Für Veganer ist Tierhaltung per se schlecht – und da gehen sie zu weit.

 

Viva-Vegan: Und wer bestimmt, wie weit wir gehen dürfen? Sie etwa? Das nennt sich ungesunder Größenwahn. So braucht man sich also auch nicht wundern, dass Sie nicht verstehen wollen, was das Kritikwürdige an Tierhaltung an sich ist.

 

Beda Stadler: Sie sagen zum Beispiel, dass schon der Imker ein Tierliquäler ist. Danach setzen sie sich in den Zug und nehmen in Kauf, dass die Lok Tausende von Insekten zerquetscht. Auch eine rein vegane Ernährung tötet Tiere.

 

Viva-Vegan: Dass man heutzutage noch den qualifizierenden Unterschied zwischen fahrlässiger Tötung und vorsätzlichem Mord erklären muss, möcht´ man kaum glauben. Vielleicht mal einen Grundlagenkurs im Strafrecht besuchen. Und eine Nachhilfe in Sachen Zivilrecht nehmen, nachdem Mami offenbar versäumt hat, die Sache mit Mein und Dein und den Eigentumsrechten beizubringen, die der Honigdieb mit Füßen tritt. 

 

Beda Stadler: Ich sehe keinen Grund, warum man ein Tier nicht töten darf, das glücklich gelebt hat.

 

Viva-Vegan: Das ist nur folgerichtig in Bezug auf das, was Sie sonst so vom Stapel lassen. Soziopathen tun sich ja generell schwer, die Bedürfnisse der Anderen zu erkennen. Da nützt auch Therapie nix, da fehlt es vom Bein weg. Also sparen wir uns weitergehende Aufführungen, warum es der schlimmste Schaden ist, den man einem fühlenden und denkenden Lebewesen zufügt, wenn man ihm das Leben nimmt. Wer das nicht sieht, wird es auch nicht begreifen können.

 

Beda Stadler: Ich habe schon Walfisch gegessen. Erst nachher erfuhr ich, dass es Wal ist. Aber einfach so würde ich nicht Wal bestellen. Andererseits hätte ich Mühe, einem Inuit zu erklären, er dürfe keinen Wal jagen.

 

Viva-Vegan: Gegenfrage. Halten Sie einen Inuit für so minderbemittelt, dass er humanistische Werte nicht verstehen kann? Warum sollten die nicht die konstruktive vegane Philosophie begreifen, wenn sie so anpassungsfähig sind, in rauen Mengen zivilisatorisches Teufelszeug wie Alkohol zu trinken? Wenn Schnaps den Weg nach Grönland findet wird das die Sojawurst auch schaffen. Apropos: als Biologe sollten Sie wissen, dass Wale keine Fische sind.

 

Das Interview mit Bela Stadler über „Veganer, die sich ins Bein schießen“, dumme Fragen und noch dümmere Antworten kannst Du hier lesen:

http://www.blickamabend.ch/life/die-grosse-veganer-offensive-id2792645.html

 

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