Endlich der richtige Maßstab!

Indischer Bundesstaat will "lebenslänglich" für Rindermord einführen

Für die hinduistische Mehrheit der Inder sind Kühe heilig. Sie dürfen nicht gemordet werden. Trotzdem ist das Land weltweit der zweitgrößte Exporteur von Rindfleisch. Das Schlachtverbot galt bisher nämlich nur für weibliche Tiere.

Doch das soll sich nun ändern. Nach dem Wahlsieg der Bharatiya Janata Partei (BJP) von Ministerpräsident Narendra Modi gibt es starke Bestrebungen, dieses Verbot auf alle Rinder auszuweiten.

Im Staat Maharashtra wurde das Schlachtverbot im vergangenen Monat bereits auf männliche Rinder ausgeweitet. Die Strafen bei einem Verstoß gegen das Verbot sind scharf: Wer wegen Besitzes oder Verkaufs von Rindfleisch verurteilt wird, kann zu einer Haftstrafe von bis zu fünf Jahren verurteilt werden.

Die Fleischindustrie tut sich sehr, sehr leid und wittert gar Muslimen-Mobbing. Außerdem würde das Verbot 10 000den den Arbeitsplatz kosten. Der Präsident der Mumbaier Vereinigung der Rindfleischhändler, Mohammad Ali Qureshi winselt: "Hier wird eine Propaganda geschaffen, dass es eine Sünde ist, in diesem Land kein Vegetarier zu sein.“ 

Der Rinderstreit wird nach Venkatesh Abdev vom "World Hindu Council" sehr emotional geführt. Und immer öfter auch handgreiflich: Engagierte Hindus attackieren Lastwagen, die die Leichen von Rindern transportieren. Metzgereien werden angegriffen, Schlachter körperlich bedroht. Aber es sind nicht nur Hindus, die auf der Seite der Rinder stehen. Ashwini Anand twittert unter dem Hashtag "#BeefBan": "Ich bin Atheist in allen praktischen Angelegenheiten. Ich unterstütze den 'Beefban' nicht aus religiösen Gründen, sondern wegen des Tierschutzes".

Modi hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, ein umfassendes Schlachtverbot für Rinder einführen zu wollen. Und andere indische Staaten, in denen die BJP die Regierung stellt, wollen dem Beispiel Maharashtras folgen. Der Staat Haryana beispielsweise erwägt ein Gesetz, das das Schlachten von Rindern mit Mord gleichsetzt. Verstöße würden dann mit einer lebenslangen Haftstrafe belegt. Viel Erfolg auf diesem Weg, Haryana!

 

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© Silke Ruthenberg