Studien gegen vegan

Foto: Peter Derrfuss / pixelio.de

Auch die Anti-Veganer haben ihre wissenschaftliche Studien, mit denen sie nachweisen wollen, dass Fleisch und/ oder Milch für die menschliche Ernährung unerlässlich sind. Wie das funktioniert, soll folgendes Beispiel verdeutlichen, das Mitte 2005 durch die Medien geisterte:

 

London, 15. März 2005 (AIZ). - Fleisch und tierisches Eiweiß sind nach einer neuen Ernährungsstudie wichtig für die Entwicklung von Kindern. Ohne solche Lebensmittel bleiben Kinder demnach kleiner, schwächer und weniger intelligent. Die Ergebnisse der Ernährungsstudie, bei welcher 544 kenianische Grundschulkinder untersucht wurden, sind laut dem Nachrichtendienst AP so eindeutig, dass Untersuchungsleiterin Lindsay Allen von der kalifornischen Universität Davis es als „unverantwortlich" bezeichnete, Kinder rein vegan - also ausschließlich pflanzlich - zu ernähren. Während der zweijährigen Studie wurden die durchschnittlich sieben Jahre alten Jungen und Mädchen in vier Gruppen aufgeteilt. Die Kinder der jeweiligen Gruppe erhielten zusätzlich zu ihrer normalen Verköstigung täglich entweder etwa 60 g Fleisch, eine Tasse Milch, Pflanzenöl oder keine zusätzliche Ergänzung. Nach Ablauf der zwei Jahre hatten die Kinder, die zusätzlich Lebensmittel erhielten, durchschnittlich 400 g mehr zugenommen als diejenigen ohne Ergänzung. Im Vergleich zu diesen hatten diejenigen Jungen und Mädchen, die zusätzlich Milch bekamen, eine um 40% vergrößerte Oberarmmuskulatur und diejenigen, die Fleisch erhielten, sogar eine um 80% ausgeprägtere. Die mit Fleisch versorgten Kinder schnitten auch in Intelligenz- und Mathematiktests besser ab als ihre Altersgenossen. „Die Gruppe, welche die Fleischergänzung erhielt, war auf dem Spielplatz aktiver, beredsamer und verspielter und zeigte mehr Führungseigenschaften", berichtete Allen laut dem Magazin „Nature" kürzlich auf einer Fachtagung in Washington.

 

Man muss kein Ernährungswissenschaftler sein, um die Unseriösität dieser Studie bzw der Schlussfolgerung daraus zu entlarven:

1. Die „normale Ernährung" der kenianischen Kinder besteht aus Mais und Bohnen. Die ist zweifelsfrei vegan, aber vegane Ernährung setzt sich eben nicht nur aus Mais und Bohnen zusammen, sondern beinhaltet die gesamte Palette pflanzlicher Lebensmittel, also auch Obst, Gemüse, Getreide, Nüsse und Samen.

2. Der Unterschied zwischen den einzelnen Gruppen ist demnach nicht pflanzlich - vegetarisch - omnivor, sie unterscheidet sich lediglich in der Breite der Lebensmittelauswahl.

3. Die kenianische Kost ist mit zwei Grundbestandteilen viel zu einseitig, Das gilt für eine abwechslungsreiche vegane Kost eben nicht. Deshalb ist die einzige Schlussfolgerung, die man aus dieser Studie ziehen kann die, dass kenianische Kinder üblicherweise mangelernährt sind.

4. Es muss zudem betont werden, dass von den drei durchgeführten Tests nur einer für die Fleisch-Gruppe günstige Ergebnisse brachte. Bei den beiden anderen ergab die Ernährung ohne tierische Produkte (aber mit Pflanzenöl) die besten Resultate. Bei allen drei Testmethoden hatte die Milchgruppe die schlechtesten Ergebnisse, in einem Fall sogar schlechter als die Kontrollgruppe.

5. Wen wundert es, dass diese Studie von der Agrarindustrie in Auftrag gegeben wurde: This research was supported by the GL-CRSP though the Office of Agriculture of the United States Agency for International Development under Grant No. PCE-G-00-98-00036-00 to the GL-CRSP. The project was partially supported by the National Cattleman's Beef Association

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© Silke Ruthenberg