© Dudarev Mikhail - Fotolia.com

7 Fragen zu Fleisch-Fakes:

Woraus werden Fleischfakes hergestellt?

Fleischfakes werden aus Weizen, Sojabohnen und Lupinen hergestellt. Es sind also ganz natürliche und gesunde Zutaten.

Aus Weizenmehl wird die Stärke ausgewaschen, zurück bleibt das Klebereiweiß, das mit Sojasauce und Gewürzen zu Seitan verarbeitet wird.

Bei der Herstellung von Tofu werden Sojabohnen püriert, gekocht und gefiltert. Der entstandenen Sojamilch wird Nigari oder Zitronensäure zugesetzt und die Milch gerinnt zu Tofu.

Tofu wird bei der Herstellung von Convenience-Fleischfakes gern mit Seitan zusammen tverwendet.

Aus Sojamehl, das bei der Sojaölherstellung entsteht, wird mithilfe eines Extruders durch rein mechanische Einwirkung texturiertes Sojaeiweiß produziert, das der Struktur von Fleisch sehr ähnlich ist.

Für Lupinensteaks werden die eingeweichten Samen der Lupinen ähnlich wie bei Soja weiterverarbeitet.

 

Sind Fleischfakes nicht „unnatürlich"?

Seitan und Tofu sind traditionelle Lebensmittel, die teilweise bereits im Altertum hergestellt wurden. Sie sind so „natürlich" wie Kochen und Würzen. Und sie bestehen aus gesunden und nährstoffreichen Lebensmitteln, nämlich Weizen und Sojabohnen. Nix Chemie.

 

Fleisch zu faken ist doch pervers!?

Wenn schon Fleisch, dann richtiges! Fleisch zu faken ist doch pervers! Das meinen viele Fleischesser, wenn sie das erste Mal von Fleischfakes hören. Wir meinen: Nicht der Geschmack von Fleisch ist verwerflich, sondern der Umstand, dass dafür Tiere ums Leben gebracht werden! Bei vielen Menschen ist der Geist zwar willig, aber das Fleisch schwach. Fleischfakes sollen den Gaumen überlisten, denn Geschmacks-Gewohnheiten können ziemlich mächtig sein.

 

Sind Fleischfakes überhaupt gesund?

Fleischfakes sind ausgesprochen eiweißreich. 100 g Seitan enthalten 25 g Eiweiß. Texturiertes Sojaeiweiß enthält 2-3 mal mehr Eiweiß als Rindfleisch. Fleischfakes sind cholesterinfrei. und och ein Pluspunkt: Tierisches Eiweiß steht im Gegensatz zum pflanzlichen Eiweiß im Verdacht, Zivilisationskrankheiten auszulösen. Allerdings sollte insbesondere texturiertes Sojaeiweiß nur maßvoll verwendet werden, da es wie Fleisch viel gichtauslösende Purine enthält.

 

Aber Soja ist doch gentechnisch verändert?

Die meisten Hersteller von Fleischfakes achten darauf, kein gentechnisch verändertes Soja zu verwenden. Und was denkst du denn, was im Futter der Tiere steckt, die du isst? Gentechnisch verändertes Soja wird im Gewebe der „Nutztiere" eingebaut, sodass du es mit Fleisch ganz sicher auf Deinen Teller bekommst!

 

Wo kann ich Fleischfakes kaufen?

Gutsortierte Supermärkte führen bereits ein großes Sortiment an Fleischfakes. Den besten Tofu und die besten Fleischfakes kauft man im Biomarkt oder im Reformhaus. Auch beim Asiaten wird man fündig. Manche Spezialitäten gibt es bisher nur im Vegan-Versand. Probieren geht über studieren, die Geschmacksunterschiede sind teilweise erheblich.

 

Sind Fleischfakes nicht verdammt teuer?

Texturiertes Sojaeiweiß ist billiger als Fleisch. Tofu bekommt man besonders günstig beim Asiaten. Teurer freilich sind die Convenience-Produkte. Seitan ist teuer, aber man kann es selbst günstig herstellen, das vegane Mett ist echt billig und wenn man die teureren Fertigprodukte nur gelegentlich verwendet und als Beilage zum Gemüse serviert, kann sich das jeder leisten.

Es gibt aber auch gefakte Wiener Würste, die sich gut machen zum Kartoffelsalat, Frankfurter, Bratwürste, Grill-Knacker, Weißwürste und andere „Klassiker", die auch Fleischfans überzeugen. Du findest sie im Supermarkt, im Bioladen und im Reformhaus. Guten Appetit.

© TrudiDesign - Fotolia.com

Veggie-Bolognesesauce gibt es fix und fertig im Glas oder in der Kühlung. Oder Du bereitest sie selber aus texturiertem Sojagranulat zu. 

Statt Sojahack kann man als Basis Grünkernschrot (Bioladen, Reformhaus)verwenden: in Gemüsebrühe aufkochen, quellen lassen und wie das Granulat weiterverarbeiten.

© TwilightArtPictures - Fotolia.com

Um texturiertes Sojaeiweiß zu bekommen gehst du am besten in den Bioladen oder ins Reformhaus. Dort findest du es in verschiedenen Ausführungen: als Gulaschwürfel, als feines Granulat, als Geschnetzeltes, als Schnitzel. Sie werden in Gemüsebrühe aufgekocht, gut ausgedrückt und dann weiterverarbeitet.

© Lucky Dragon - Fotolia.com

Die meisten Leute sind wenig angetan, wenn sie das erste Mal Tofu sehen und probieren. So weiß, so blass, sooo fad! Tofu schmeckt in der Tat erstmal nach gar nichts und auch gut zubereitet ist es nicht fleischähnlich. Aber es sättigt durch den hohen Eiweißgehalt und zerböselt und scharf angebraten kommt es dem Hack in der Bolognesesauce nah.

Und Tufu ist wirklich gesund!

Probier es aus mit richtig guten Rezepten.

Lyoner, Salami, Teewurst, Leberwurst, Schinken. Wurst-Fakes als Brotbelag und Brotaufstrich gibt es in vielen Variationen. Einfach mal ausprobieren. Man findet die Fakes in teilweise in Supermärkten, vor allem aber in Reformhäusern und Bioläden. So kann ratzfatz das tote Tier von der Schnitte verschwinden.

Wenn es schnell gehen soll, gibt es Fleischfakes als Fertiggerichte. Du findest sie im Supermarkt, Reformhaus und Bioladen in Hülle und Fülle: Chick´n Nuggets, Frikassée, Hacksteaks, Gyros und und und. Im Veganversand bekommst du täuschend echte Spezialitäten wie „Ente".

Auch Fischfleisch und das anderer Meerestiere kann gefakt werden. Diese Spezialitäten gibt es im Vegan-Versand und beim Asiaten (Fake-Garnelen). Damit tust du auch was für den Schutz der Meere, die bis an die Grenzen überfischt sind. Nicht mit Dir - wenn du bereit bist!

Ist Bio-Fleisch nicht eine bessere Alternative?

Viele Menschen glauben, dass sie der Menschlichkeit Genüge tun, wenn sie statt dem konventionellen Schweineschnitzel für 1,99 Euro im Supermarkt und dann lieber seltener das teure Schnitzel im Biomarkt kaufen.

 

Fakt ist: Trotz aller Skandale und Betrügereien, die überall sind, wo Menschen Geld verdienen, kann man schon festhalten, dass die Bio-Tierhaltung natürlich besser ist, als die konventionelle Massentiermißhandlung. Aber gut ist sie deshalb noch lange nicht. Aus diesem Dilemma nämlich kommt auch Demeter nicht raus:  selbst das allerglücklichste Tier stirbt nicht gern und nicht leicht. Schon gar nicht im Schlachthof.

 

Wir denken, dass es ein großer Denkfehler ist, zu meinen, man könne tatsächlich Lebensqualität und Schutz vor Quälerei für Tiere durchsetzen, wenn deren Leben nichts zählt. Das Leben ist das höchste Gut, das wir alle besitzen. Und nur wer ein Lebensrecht hat, hat als Individuum auch eine Bedeutung. Und nur, wer als Individuum anerkannt wird, dessen Bedürfnisse werden auch ernst genommen. Nicht umsonst ist das (menschliche) Leben rechtlich deutlich besser beschützt als die Freiheit oder die Unversehrtheit. Die Vision von einer Welt, in der Tiere gut behandelt werden, aber umgebracht werden dürfen, ist eine schizophrene Illusion! 

 

Und die Tiere teilen uns dies auch mit. Würden sie sonst dieses graue, belastende Dasein in den Katakomben der Massentierhaltung überhaupt überleben, wenn der Wille zum Leben nicht die stärkste Kraft wäre, die sie wie uns antreibt? Also: Finger weg von ihrem Fleisch.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Silke Ruthenberg