Aljoscha erzählt aus seinem veganen Leben

Freunde! - Eine Begegnung mit Spatzen in Abisko, Schweden - Aug. 2014

Viva-Vegan: Dein Vorbild als junger Veganer macht sich auf den Weg um die Welt. Man findet Dich nun auf Websites in Russland, der Ukraine und Bulgarien. Manche nennen Dich dort ein Wunderkind. Freut Dich das?

 

Aljoscha: Naja. Das ist mir ein bisschen gruselig. Aber wenn das den Leuten in anderen Ländern Mut macht, keine Tiere mehr zu essen, dann freut mich das schon, wenn ich das bewirken kann. 

 

Ein berühmter russischer Regisseur wollte Dich schon nach Russland ins Fernsehen einladen.

 

Ja, da war ich aber mit Mami im Urlaub, da ging das nicht. Aber das war ein bisschen schade. Ich wäre gern nach Russland gereist und hätte auch gern mal den Herrn Putin getroffen. Der mag nämlich Hunde, da wird er bestimmt Veganer, wenn ich ihm das erkläre. Außerdem muss er dringend mit dem Angeln aufhören, der ist doch so mächtig und Chef vom größten Land, der hat es doch nicht nötig, an einem kleinen Fischlein zu beweisen, wie stark er ist. 

 

In Deutschland bist Du in der veganen Community richtig berühmt geworden. Viele finden ganz klasse, wie selbstbewußt du vegan lebst.

 

Das ist mir auch irgendwie ein bisschen unheimlich. Aber toll fände ich, wenn die Leute, die mich gut finden, ein Ferkelchen adoptieren, dann wären alle gerettet. Sie dürfen ihren Schweinebuben auch Aljoscha nennen.

 

Aber macht dich das nicht ein bisschen stolz, dass Dich so viele bewundern? Sowas bestärkt einen doch?!

 

Ich weiß eigentlich selbst, was richtig ist. Das muss man mir nicht extra sagen. Außerdem stehen doch Millionen Tiere hinter mir. Aber eine schöne Abwechslung ist das schon zu den vielen Stänkerern, die einen mit dummen Sprüchen belästigen.

 

Viva-Vegan: Es gibt aber auch einige böse Stimmen, die meinen, dass Deine Mama Druck auf dich ausübt, dass du vegan lebst.

 

Das ist eine Beleidigung und dumm dazu. Sowas hat auch mal eine Lehrerin in der Grundschule gesagt. Wir haben dort ein gemeinsames Frühstück gemacht und sie hat gesagt: „Iss doch mit uns, Aljoscha. Du musst nicht immer das machen, was Deine Mama sagt.“ Ist das nicht unglaublich dumm und frech?

 

Und was hast Du dann gemacht?

 

Ich habe dann gesagt, dass ich nie das mache, was die Mama sagt und dass ich vegan bin, weil ich es will! Mich ärgert das, wenn die Leute denken, dass ich so schwach bin und nicht selber denken kann. Mami sagt dann immer: der Schelm spricht von sich.

 

Die Leute haben vielleicht Sorge, dass Dich das erpresst, wenn Deine Mami traurig werden würde. Manche Eltern machen das ja so, um ihre Kinder dazu zu bringen, das zu tun, was sie wollen.

 

Solche Eltern kenne ich. Aber die Kinder sind doch nicht auf der Welt, ihre Eltern froh zu machen. Die müssen sich halt wehren und sich sowas nicht gefallen lassen. Aber die Leute sollen erstmal richtig lesen lernen. Ich habe nicht gesagt, dass ich vegan lebe, weil das die Mami traurig macht. Natürlich würde die Mami das traurig machen, weil sie ja Tiere genauso lieb hat wie ich. Für mich wäre es auch ganz traurig, wenn Mami wieder Tiere essen würde. Es ist uns beiden eben wichtig, dass Tiere nicht umgebracht werden. Was soll daran falsch sein? Ich glaube, diese Leute wollen einfach böse zu Tieren sein und beleidigen dann Leute, die gut zu Tieren sind, weil sie sich nicht vorstellen können, dass man freiwillig nett sein will. Und ich bin freiwillig nett zu Tieren, weil ich es will!

 

Du schreibst jetzt an einem Blog ...

 

Ja, da will ich auch bald wieder was schreiben und einen Film machen über Wale. Ich will anderen Kindern und Eltern Mut machen, auch Veganer zu werden. Da ist ja wichtig für die Tiere. Neulich haben wir in Ethik darüber geredet, was wichtig ist. Da gab es tatsächlich Kinder, die Markenklamotten wichtiger finden als Freundlichkeit gegenüber Tieren. Doof war auch, dass man als Wichtigstes „Schutz des menschlichen Lebens“ sagen musste.  Da hab ich gesagt, dass das Wichtigste der Respekt vor dem Leben aller Tiere ist. Man muss sich das mal vorstellen: da wussten viele Kinder nicht, dass Menschen auch Tiere sind. Dabei sind die sonst solche Ehrgeizlinge.

 

Und was machst Du sonst gerade für Tiere?

 

Ich helfe Doris und Mami, die 220 Ferkelchen zu retten. Die haben wir vor einer Woche wieder besucht. Mami und ich machen heute noch den Film fertig für das Internet. Dass viele Leute sehen, wie lieb die Ferkel sind und mithelfen, sie zu retten. Das ist ein großer Wunsch von mir.

 

 

 

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© Silke Ruthenberg