29.6.2014

Jetzt bin ich leider wieder zurück und will über meinen Urlaub erzählen.

Also erstmal sind wir nach Stockholm. Das ist die Hauptstadt von Schweden und das ist glaube ich der einzige Ort im Norden, wo richtig viele Menschen sind.  Trotzdem waren die so freundlich und entspannt und haben alle gelächelt. Ganz anders als hier.

Die Stadt ist wunderschön. Ich habe noch nie so eine schöne Stadt gesehen. Hier würde ich gern leben. Wir waren in der Altstadt von Stockholm und da sind wunderschöne alte Häuser und Gassen, die so eng sind, dass man die Hauswand an beiden Seiten gleichzeitig anfassen kann. Wir sind dann in Södermalm in ein vegetarisches Restaurant in der Fjällgatan gegangen. Södermalm ist ein Stadtteil von Stockholm liegt auf einer Nebeninsel von der Altstadt Gamlastan. Das Restaurant heißt Hermans Trädgårdscafé und ist im Gewölbekeller von einem schönen, alten, gelben Haus und einfach toll.

Man kauft sich einen Teller und dann kann man sich an einem Buffet aufschaufeln, bis man platzt. Da war auch fast alles vegan. Das kostet für die Alten 15 Euro und für die Kinder 12 Euro ungefähr. Man bezahlt aber mit Schwedenkronen. Wasser gibt es umsonst. Die haben dort einen Wintergarten und dann kann man auch im Garten sitzen und hat einen super Ausblick auf Djurgarden und Gamlastan und den Hafen. Es war rappelvoll und dauernd kamen neue Leute, obwohl wir am Nachmittag da waren, wo die Leute normalerweise nicht essen gehen. Das Essen schmeckte super. Besonders das Brot, das war das beste, was ich je gegessen habe.

In Stockholm gibt es auch einige total vegane Restaurants, die besuchen wir das nächste Mal. Aber zum Hermans will ich auch wieder. Tack så mycket, Hermans.

1.6.2014

Heute ist der Wurstfabrikant ins Gefängnis gewandert, hat mir die Mami gerade erzählt. Das finde ich gut, auch wenn ich finde, dass seine Taten nicht angemessen bestraft wurden. Als er verurteilt wurde, wollten mein Freund und ich runtergehen zum FC Bayern, der hier ganz in der Nähe ist, wo ich wohne, und den Presseleuten, die dort rumlungerten mit ihren Live-Übertragungswagen, sagen, dass wir kein Mitleid haben, weil wir mit niemandem Mitleid haben, der auch kein Mitleid hat. Aber die filmen keine Kinder ohne Einwilligung der Eltern und die würden bestimmt auch nur Kinder filmen, die Fußballfans sind. Deshalb ist nichts daraus geworden aus unserer genialen Idee.

Dabei hat der Mann Abertausende von Schweineleben auf dem Gewissen, da muss man sich nicht verausgaben mit dem Mitleid, finden wir. Das wäre direkt Verschwendung vom Mitgefühl. Und dass auf Serienmord eigentlich lebenslänglich als Strafe steht, das haben wir neulich in Ethik gelernt. Und warum kommt der dann so billig weg? Weil der jede Menge Komplizen hat.

Das ist wie bei der Mafia, alle haben Dreck am Stecken und decken sich deshalb gegenseitig. Und alle fressen Tierwürste und meinen deshalb, zum Wurstfabrikanten halten zu müssen. Dabei muss man doch nicht das Böse gut finden, auch wenn man selber noch böse ist, oder? Das ist ja immerhin schon mal ein Anfang. Nur, wenn man böse ist und das auch noch gut findet, dann ist Hopfen und Malz verloren. Ich denke, das ist beim Wurstfabrikanten auch so und deshalb sollte er eigentlich bestaft werden wie jeder andere Serienmörder auch. 

Neulich habe ich  einen tollen Film gesehen: Dänische Delikatessen. Da sind zwei Metzger, denen versehentlich ein Elektriker im Kühlraum erfriert und den sie dann verarbeiten und an die Kundschaft verfüttern. Die Spezialität kommt irre gut an und bald brauchen sie Nachschub, weil sie denken, es liegt speziell am Geschmack vom Menschenfleisch. Es lag aber an der Sauce und der Schluss war dann blöd.

Übrigens sind die Dänen ganz perverse Wurstesser. Ich hab mich fast übergeben, als ich in der Kühlung im Supermarkt in Skagen diese riesigen Würste auf Styropor gebettet gesehen habe. Als hätte ein Hund mit Morbus Crohn draufgemacht, meint die Mami. Das ist eine fiese Darmkrankheit und so was essen die Dänen. Da graust es mich aber noch mehr, als sonst auch schon.

Jedenfalls werden mein Freund und ich heute noch feiern mit veganen Marshmellows. Man muss sich ja auch über die kleinen Dinge des Lebens freuen können. Drei Jahre sind immerhin schon mal ein Anfang.

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© Silke Ruthenberg